Choung Tsung Zheng
Kung Fu

- keine andere Sportart kann von sich behaupten so viele Systeme hervorgebracht zu haben.
- keine andere Kampfkunst kann auf so viele Geschichten und Sagen zurück blicken.
- hat sicherlich die anspruchvollste Körperschulung aller Kampfkünste.
 
Die Techniken des Kung Fu stehen für viele andere Kampfkünste, die sich erst später entwickelten, Pate. Dies soll aber kein Streitpunkt oder gar Werturteil sein.
Fest steht sicherlich, dass ohne die Idee des Kung Fu, viele andere Kampfsportarten nicht existieren würden. Außerdem profitieren alle anderen Stilrichtungen von der Popularität der verschiedenen Kung Fu Stile.
 
Kung Fu ist ein Oberbegriff für die chinesischen Kampfkünste.
Von den ca. 300 Stilen werden in Europa schätzungsweise 15 - 20 praktiziert.
Einige der bekanntesten Stile sind sicherlich:
Shaolin-Kung-Fu, Chang-Quan-Gong-Fu,
Tai-Chi-Chuan, Wing-Chun-Kung-Fu, Wu-Dang, Choung-Tsung-Zheng, Sil-Lum-Gung-Fu, Hung-Gar, Pa-Kua, Phönix-Eyes, Hsing-I, Bak-Hok-Pai, Tong-Long, Kong-Shou-Dao (das heutige Karate) und viele weitere.

Vom Kung Fu sollen Aufzeichnungen gefunden worden sein, welche Kampf- und Gesundheitstechniken dar-
stellen, die bis 3500 v. Chr. zurückreichen.
Als sicherer Quellennachweis für Kung Fu kann man 2600 - 520 v. Chr. ansehen.
Um 2600 v. Chr. soll ein Kampf zwischen dem Kaisersohn Huang-Tjie und dem Dämon Tch'ieh Yü, einem Fabelwesen mit Hörnern, stattgefunden haben, welcher mit dem Sieg von Huang-Tjie endete.
Huang-Tjie schrieb den Sieg seinen speziellen Körper- und Atemübungen zu, die er wegen seiner schwachen körperlichen Konstitution auszuüben gezwungen war. Er ließ später diese Übungen im ganzen Land unter dem Namen seines Lehrmeisters verbreiten. Der Name des Lehrmeisters soll Gong-Fu gewesen sein.
Um den Sieg über Tch'ieh Yü zu feiern und zu gedenken, wurde Huang-Tjie (auch Yang Re genannt) zu Ehren jährlich ein Fest veranstaltet, dessen Höhepunkt ein Kampfspiel war. Eine Partei stellte dabei den Dämon Tch'ieh Yü dar, die versuchte den unbewaffneten Huang-Tjie, der von der anderen Partei dargestellt wurde, mit den aufgesetzten Hörnern aufzuspießen. Später wurden diese Kampfstile variiert, indem man verschiedene Hilfsmittel und Waffen einsetzte. Daraus entstand ein festes Ritual mit Angriff und Verteidigung, und es entwickelten sich die ersten festgelegten Kampfformen mit den entsprechenden Waffen- Hand- und Fußtechniken.

Etwa um 600 v. Chr. stellte Lao-Tse, der Begründer des Taoismus, mit den Übungen in seinem Buch Tao Te Chi'ing, Richtlinien für den Kampf und die geistige Einstellung auf.
Konfuzius, ca. 550 - 480 v. Chr., vervollkommnete diese Ausführungen.
Die größte zusammen gefasste Sammlung von Angriffs- und Verteidigungstechniken, eine der Grundlagen des heutigen Kung Fu, machte ein Arzt mit Namen Hua Tou, um 220 n. Chr.. Er war ein gefürchteter Kämpfer und erstellte die fünf Diagramme: Drache, Tiger, Affe, Schlange und Adler.
Bodhidarma (Tao Mo) ca. 520 n. Chr., ein indischer Mönch, stellte 18 Grundübungsformen auf, die er mit 32 (36) Kampfstellungen verband. Er wird als Begründer des Kung Fu angesehen. Dies ist eine neuzeitliche Auffassung, die aus der Popularität des Shaolin Klosters und seiner umfangreichen Sammlung von Kampfkunstsystemen hervorgeht. Bodhidarma hat wohl einen der größten Eindrücke hinterlassen, denn seine Art den Buddhismus und die von ihm entwickelten 18 Grundübungen zur Verbesserung der Kondition zu lehren und zu verbreiten sind heute noch von sehr großer Bedeutung.

In diese Zeit fallen auch die Gong Fu Erweiterungen der Taoisten.
So sagt man von den Fürsten Zheng Lun, Fang Xiang, Jiang Xiong, Jin Zha, Chong Hou Hu und Bian Ji, daß sie in jeder Hand eine Waffe von unterschiedlicher Art halten, und sich damit unvergleichlich geschickt bewegen konnten. Sie galten lange als unbesiegbar, aber sie fanden ihren Meister in Luo Xuan. Er soll so schnell mit Schwert und Faust gewesen sein, dass man behauptete er hätte 6 Arme. Luo Xuan wurde dann aber von Lu Yue übertroffen, er stellte an Schnelligkeit und Geschicklichkeit alles in den Schatten. Während des Kampfes konnte er für den Gegner kaum nachvollziehbar die Waffen wechseln. Auch Lu Yue kämpfte beidhändig. Seine Waffen, die er ständig bei sich trug, waren: 1 Speer, 3 Schwerter, 1 Keule und eine Hellebarde. Außerdem soll er über außergewöhnliche Körperkräfte verfügt haben.
Die Reihe der Helden, Mönche und Sagen ließe sich wohl endlos fortführen.
Ab dieser Zeit erfolgte eine Wandlung im Kung Fu. Den Berichten und der Geschichte nach, nahmen Kriegshandlungen im eigenen Land, sowie mit ausländischen Machthabern zu. Viele Generäle und Kriegshelden schufen eigene Schulen und Stile, die dazu beitrugen, das Kung Fu eine weite Verbreitung erfuhr.

© Bushido Sport Club Oldenburg