Goshin - Jiu Jitsu  

 

Jiu - Jitsu, auch sanfte Kunst genannt, hat viele Systeme. Jedes kann für sich in Anspruch nehmen, ein Original, ein altes, das beste und eines mit den größten Traditionen zu sein. Alte Meister haben hunderte von Techniken zusammengetragen und sie in verschiedene Kampfsysteme bzw. Trainingsmethoden aufgegliedert, um für verschiedene Angriffe eine optimale und der Zeit angepasste Möglichkeit der Verteidigung zu bieten.
Das heutige Jiu-Jitsu ist immer wieder überarbeitet worden, neben dem Kung-Fu zählt es wohl zu einer der umfangreichsten und wirkungsvollsten Kampf- und Selbstverteidigungsmethoden. Gleichzeitig ist Jiu-Jitsu eine ideale Körperschulung, die schon ab dem 4-5 Lebensjahr kindgerecht trainiert werden kann. Der logische Aufbau von Angriff und Verteidigung schult die Auffassungsgabe und die Merkfähigkeit. Jiu-Jitsu bildet für viele in neuerer Zeit geschaffene Selbstverteidigungen den Grundstock, die dann mit den entsprechenden Kunstgriffen aus anderen Kampfkünsten zu wirkungsvollen Selbstverteidigungen werden lässt.
Woher stammt Jiu-Jitsu, wer prägte diese Technik der Selbstverteidigung?
Es gibt viele Geschichten und Sagen. Man kann sich eine zu eigen machen, oder man beginnt dort wo für unser Verständnis die größere Wahrheit zu finden ist. Indische, chinesische und japanische Gelehrte und Mönche haben schon vor Jahrtausenden Grifftechniken entwickelt, die dazu dienten verrenkte Gliedmaßen wieder bewegungsfähig zu machen. Daraus leiteten sie dann Kunstgriffe ab, die sie bei den doch häufigen Kämpfen mit feindlichen Stämmen und Völkern verwenden konnten um ihre Gegner kampfunfähig zu machen.
Von allen asiatischen Völkern hatten in dieser Beziehung die Chinesen die größte Erfahrung. Zumindest hatten sie den Ruf, die medizinischen Grifftechniken meisterhaft zu beherrschen. In allen Erfahrungen die die einzelnen Völker machten, tritt immer wieder zu Tage, das ein großer Teil ihrer Kenntnisse aus dem chinesischen Reich stammt. Und das sich diese Kenntnisse mit dem Wissen und den Traditionen der einzelnen Völker vermischten. Die chinesischen Kampfkünste sind sicherlich die ältesten. In ihrer Vielzahl sind sie so umfangreich das man ohne weiteres sagen könnte, alles was an Systemen und Gesundheitsformen existiert, ist in einer ähnlichen Form in China und in einigen Grundformen in Indien schon lange Zeit vorhanden gewesen.
Die Kampftechniken die teilweise auch als Gesundheitsübungen praktiziert wurden oder in Tänzen, im Theater, in Opern in Geschichten festgehalten wurden, überlieferten sich dadurch zum Teil unverfälscht bis in unsere heutige Zeit. In einigen asiatischen Ländern war die Überlieferung der alten Kampftechniken nur durch das Theater oder durch Volksfeste möglich. Da durch Verbote, Kampf- und Verteidigungstechniken zu praktizieren, nur unter dem Deckmantel von Kultur und Theater die Kampfkunst verbreitet werden konnte. Der Einfluss der chinesischen Kampfkünste ist in der gesamten asiatische Welt wieder zu finden, da sie damals fast überall zugegen waren, oder reger Handel mit den Chinesen getrieben wurde. Viele Dinge, die für die Asiaten keinerlei Bedeutung erlangten, wurden in der westlichen Welt sofort in ihrer Bedeutung erkannt und weiterentwickelt.
Für uns Europäer sind in der Entwicklung der Kampfkünste die Japaner der Dreh- und Angelpunkt. Sie haben aus dem gesamten asiatischen Raum Techniken, Praktiken und Methoden gesammelt, schematisiert und zum Kampf oder im Gesundheitswesen eingesetzt. Aus den weicheren Teilen entstand das Jiu-Jitsu, aus dem Jiu-Jitsu entwickelten sich Judo und Aikido und noch später das Ju-Jutsu.
Ein ebenfalls sehr altes System ist das Tai-Jitsu, auf umfassende Verteidigung ausgelegt, ist das Tai-Jitsu ein Allkampfsystem, alles ist erlaubt und alles wird zur Selbstverteidigung genutzt. Heute gibt es nur noch wenige Schulen die dieses umfangreiche und interessante Kampf- und Selbstverteidigungssytem anbieten.
Um die Jahrhundertwende gewannen auch bei uns die asiatischen Kampfkünste immer mehr an Bedeutung. Der Deutsche Prof. Bälz, der jahrelang in Japan lebte, verhalf durch sein Interesse am Kampfsport, dem Jiu-Jitsu zu neuem Aufschwung.
Durch die damalige Geisteshaltung der Japaner, die alten Werte zu beleben und Traditionen zu wahren, wurden die zum Teil schon vergessenen und verworfenen alten Kampfkünste zu neuem Leben erweckt.
Viele Neugliederungen und Übungsmethoden wurden geschaffen und traten einen Siegeszug durch die Welt an.

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